Kunst und Gesellschaft in der Eiszeit
(Copyright: Württembergischer Kunstverein Stuttgart)
Bisher mussten Stuttgarter KünstlerInnen die Berliner immer um den Status ‘Arm, aber sexy’ beneiden. Dieser untragbare Zustand geht dank der Vorausschau unserer Stadtväter und -mütter jetzt dem Ende zu: Stuttgart ist so blank, dass auch der Kunst- und Kulturetat ordentlich gekürzt werden muss – und zwar um 4,5 Millionen Euro. Für viele Kunstinitiativen und -institutionen heißt das, Angebote zusammenstreichen, Leute entlassen und Projekte absagen. Aber kreativ wie sie nun mal sind, versucht man das Beste draus zu machen. Zum Beispiel eine großartige Jahresausstellung des Württembergischen Kunstvereins: Im wahrsten Sinne des Wortes aus den Trümmern der mit Landesmitteln üppig geförderten Großen Landesausstellung ‘Kunst der Eiszeit’ hat das Kunstvereins-Team eine großartige Ausstellungsarchitektur für die teilnehmenden Künstler gezimmert. Die Prekarität der Situation von Künstlern in Stuttgart lässt sich nicht besser darstellen – und für das wilde Sammelsurium an Kunstformen, Ästhetiken und Qualitäten ist ein schlüssiges Ausstellungskonzept entstanden, in denen sich sehr avancierte forschungs- und dokumentarisch orientierte Arbeiten mit gestischem Selbstausdruck aufs Beste vertragen. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass die Stadtoberen nicht mit einem erfreuten: “Na, seht ihr. Hat doch gut getan, das Engerschnallen des Gürtels!” fröhlich in die nächste Kürzungsrunde gehen.


Da möchte ich doch gern den Link zu einem Bild von Karin Kober posten, entstanden bei der Artparade in Stuttgart, vergangenen November.
http://picasaweb.google.com/KarinKober/ARTPARADESTUTTGART#5405882178168654338