Gesehen: Rocko liest Schamoni


Am Donnerstag war es soweit: NEIN! zum Echo und der Popmusik und JA! zu Rocko Schamoni und der Popliteratur.

Nach diversen Versuchen in der Vergangenheit, habe ich es zum ersten Mal zu “Rocko liest Schamoni” geschafft und gleichzeitig war dies mein erster Besuch an der Volksbühne. Beim betreten der Lesebühne war ich zu erst ein wenig irritiert – freie Platzwahl, aber wo waren die Stühle? Gibt es nicht, Digger! Hier “launcht” man auf (mittelgroßen) Sitzkissen, dafür hatte ich an einem Theater noch nie so viel Beinfreiheit.

Um ehrlich zu sein, der Anfang war wahnsinnig bemüht, aber zum Glück nur der. Die Stimmung entspannte sich bereits im ersten Teil, in dem Herr Schamoni hauptsächlich aus “Sternstunden der Bedeutungslosigkeit” liest, dem Buch über das ich hier auch schon geschrieben habe. In einem Artikel der nun in den Weiten des WWW und 2.0 rumfliegt. An einem Ort zu dem kein Link führt. Ich hoffe inständig es ist ein besserer Ort…

Zurück zum Thema. Nach einer Pause ging er über zu “Risiko des Ruhms” und beim lesen der Geschichte verfang er sich erst in einer freien Improvisation und danach in einem kurzen Lachkrampf. Beides schwer an der Grenze, aber immer noch sympathisch, so wie der Rest. Es folgte ganz obligatorisch (dies ist nicht abwertend gemeint) “Dorfpunks” und gipfelte in einem Auszug aus dem neuen Buch – eine Fortsetzung.

Unterbrochen von diversen Anrufen von Freunden (Hamburger-Jungs), die sich ganz schrecklich beim Echo langweilten, verabschiedete sich der Herr Autor in das Kreuzberger Nachtleben.

Aldder, beim nächsten Mal bin ich wieder dabei.

Everybody’s free…

World Press Photo 10


Copyright Stefano De Luigi, Italy, VII Network for Le Monde Magazine
Zweiter Platz – Kategorie “Contemporary Issues Singles”: Eine verdurstete Giraffe im Nordosten Kenias

Die diesjährigen Gewinner des World Press Photo 10 stehen fest und können sowohl im Internet als auch auf der Wanderausstellung bewundert werden.

Hier die Deutschland-Termine im Überblick:
Chemnitz, 22. Februar 2010 – 06. März 2010, Galerie Roter Turm
Kitzingen, 07. März 2010 – 28. März 2010, Rathaushalle
Hamburg, 11. Mai 2010 – 06. Juni 2010, Foyer Gruner + Jahr AG & Co
Berlin, 11. Juni 2010 – 01. Juli 2010, Willy-Brandt-Haus

Kunst und Gesellschaft in der Eiszeit

(Copyright: Württembergischer Kunstverein Stuttgart)

Bisher mussten Stuttgarter KünstlerInnen die Berliner immer um den Status ‘Arm, aber sexy’ beneiden. Dieser untragbare Zustand geht dank der Vorausschau unserer Stadtväter und -mütter jetzt dem Ende zu: Stuttgart ist so blank, dass auch der Kunst- und Kulturetat ordentlich gekürzt werden muss – und zwar um 4,5 Millionen Euro. Für viele Kunstinitiativen und -institutionen heißt das, Angebote zusammenstreichen, Leute entlassen und Projekte absagen. Aber kreativ wie sie nun mal sind, versucht man das Beste draus zu machen. Zum Beispiel eine großartige Jahresausstellung des Württembergischen Kunstvereins: Im wahrsten Sinne des Wortes aus den Trümmern der mit Landesmitteln üppig geförderten Großen Landesausstellung ‘Kunst der Eiszeit’ hat das Kunstvereins-Team eine großartige Ausstellungsarchitektur für die teilnehmenden Künstler gezimmert. Die Prekarität der Situation von Künstlern in Stuttgart lässt sich nicht besser darstellen – und für das wilde Sammelsurium an Kunstformen, Ästhetiken und Qualitäten ist ein schlüssiges Ausstellungskonzept entstanden, in denen sich sehr avancierte forschungs- und dokumentarisch orientierte Arbeiten mit gestischem Selbstausdruck aufs Beste vertragen. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass die Stadtoberen nicht mit einem erfreuten: “Na, seht ihr. Hat doch gut getan, das Engerschnallen des Gürtels!” fröhlich in die nächste Kürzungsrunde gehen.

Der Dichter spricht

In der Causa Hegemann schickt das FAZ-Feuilleton jetzt Durs Grünbein ins Feuer, um die Kartoffeln der eigenen journalistischen Autorität aus demselbigen zu holen. Als Träger des Pour le Merite, wenn auch nur zivil, kommt der einzigwahre Ernst-Jünger-Impersonator der deutschen Literatur diesem Ruf natürlich prompt nach. Mit einem ganz, ganz schreckichen Text. Und das jemand, der so offensichtlich selbst ein spät-hellenistischer Kommentator ist, jetzt das authentische Genie besingt – ähem. Nun ja. Nach Schädelbasislektionen fand ich seine Schreiberei sowieso nicht mehr besonders aufregend.

Ankündigung: Rocko Schamoni liest an der Volksbühne


Copyright Dorle Bahlburg

Es gibt zwar (leider) kein neues Buch und das ist auch keine exklusive Veranstaltung, denn Herr Schamoni ist (glücklicherweise) schon auf Tour und hat auch noch viele weitere Termine, aber er liest. Ausserdem ist es an der Zeit mal wieder das Thema zu wechseln und bei Rocko Schamoni wissen wir wenigstens woran wir sind und das ist gut so.

Termin: 4. März 2010, 21.00 Uhr, Volksbühne Berlin

Lesebühne: Rocko liest Schamoni
Rocko Schamoni, Entertainer, Musiker, Schauspieler, Klubbetreiber und festes Mitglied im Studio Braun, stellt sich jetzt zum ersten Mal als Leser seiner eigenen Texte vor. Rocko liest Schamoni heißt: Rocko liest aus seinen drei veröffentlichten Büchern („Risiko des Ruhm“, 2000; „Dorfpunk“, 2004; „Sternstunden der Bedeutungslosigkeit“, 2007) und wird sicher mit dieser oder jenen unbekannten Geschichte aus seiner Schublade aufwarten. Bei so vielen weiteren Begabungen Schamonis darf man auf kurzweilige Texte und ein prickelndes Entertainment hoffen.

Ein kurzer Einwurf

Ein verblüffender Wortschatz, intellektuelles Namedropping auf gutem Niveau und der Ausdruck “… bis zum Getno …”. Spätestens bei letzterem, hätten bei den Verlegern die Plagiatalarmglocken klingeln müssen. Oder ist diese Ausdrucksweise tatsächlich noch/wieder Teil des Sprachgebrauchs von 17-jährigen?

Kartoffelparty in Neukölln

Und nochmals Berlinale: Morgen letzte Berlinale-Vorführung des Dokumentarfilms Neukölln Unlimited. Wer es nicht schafft, ab 08. April 2010 läuft der Film offiziell in den deutschen Kinos an.

Exit Through the Gift Shop

Der erste Film des britischen Streetart-Künstlers Banksy wird bei der Berlinale gezeigt. Ein Dokumentarfilm über den Künstler selbst. Die ersten Vorführungen sind schon vorbei, aber vielleicht ergattert ja doch noch einer von euch Karten für die Vorstellung am 21.​02., 17:30 Uhr im Ber­li­na­le Pa­last.

Beschreibung: „Ein Film über einen Mann, der versucht hat, einen Film über mich zu drehen“

Follow us on Bloglovin’

Follow my blog with bloglovin